Weblog - Thema: São Paulo

26.03.-28.03.2004: Ausflug nach São Paulo
Den Ausflug hatte ich mir schon lange mal vorgenommen, und endlich war mal ein Wochenende dafür frei. Ich habe mir also an der Rodoviaria ein Ticket geholt, und bin mit einer Laptoptasche (allerdings zweckentfremdet) und umgerechnet vielleicht 50 Euro losgezogen. Nach 5 Stunden Fahrt kam der Bus dann spät abends im Norden der Stadt an. Zu dem Zeitpunkt war glücklicherweise auch das Gewitter vorbei, was anfing, als wir in die Stadt einfuhren. Der Busbahnhof hatte praktischerweise gleich einen U-Bahn-Anschluß, so daß ich via Kreuzungspunkt Sé zur Station República gefahren bin. Das Hotel lag gerade mal 200 Meter weiter. Das Zimmer war nicht unbedingt wohnlich, aber für umgerechnet 6 Euro die Nacht durchaus brauchbar.
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Am nächsten Tag bin ich gleich früh losgezogen, noch bevor Touristen und Taschendiebe das Zentrum bevölkert haben. Auch die Stadtstreicher lagen noch auf ihren Bänken, wobei es in São Paulo sehr viele davon gibt, so daß auch noch einige auf den Fußwegen, in den Parks und sogar am Straßenrand lagen.
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Nach einem kurzen Abstecher in den Südosten ging es dann quasi parallel zur blauen U-Bahn-Linie in nördliche Richtung. Dort gab es einen über mehrere Straßen gehenden Markt für Obst und Gemüse. Die Temperatur zu diesem Zeitpunkt war schon nicht mehr wanderfreundlich.
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Also lief ich wieder über den Fluß Tamanduataí, welcher eine mehrspurige Hauptstraße teilte, auf die andere Seite, bis zum Parque da Luz. Dort war es angenehm ruhig und auch nicht überlaufen.
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Nach der kurzen Pause ging es weiter nördlich bis zum Tiradentes und dem Viertel Bom Retiro. Dort führte die Straße immer weiter nach Norden, so daß ich kehrt machte und schräg bis zum Busbahnhof Princesa Isabel und dem gleichnamig Park kam. Von dort aus führten mehrere belagerte Straßen mit Verkaufsständen zum Platz Anhangabaú.
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Da dieser im Zentrum liegt, und mein Magen knurrte, wollte ich das höchste Gebäude aufsuchen, den Edifício Italia. Nachdem ich ihn mit dem Gebäude der Banco de São Paulo verwechselt habe (dieses ist fast genauso hoch), und eine kleine Demonstration mit Polizeieinsatz durchquert habe, war er dann doch noch zu finden.
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Dort gibt es einen Mindestverzehr-Zwang im 41. Stock, wobei das Restaurant bereits die Sicht auf die Stadt von oben freigibt. Richtig imposant wird es jedoch erst, wenn man außen am Gebäude entlangläuft.
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In alle Richtungen sieht man nichts als Hochhäuser und ein paar Gebirgsketten am Horizont. Der nationale und der internationale Flughafen der Stadt sind ebenfalls bemerkbar, da alle paar Minuten ein Flugzeug am Himmel erscheint.
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Nach diesem Intermezzo bin ich zurück ins Hotel, und ohne Kamera, Uhr etc. noch einmal losgezogen. Neben einem Abstecher in die Pinacoteca des Staates São Paulo mit Gemälden, Skulpturen sowie alten Fotos von SP seit den 60er Jahren, ging es auch über und hinter den Praça da República.
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Die Rückfahrt am nächsten Tag verlief sehr direkt, dennoch war die Senkung des Lebensstandards nach außen hin bis zu den Favelas deutlich zu sehen. Bei ca. 16 bis 18 Millionen Einwohnern ist es allerdings überhaupt seltsam, daß die Stadt noch nicht vollständig kollabiert ist, wie schon oft vorausgesagt wurde.
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